Lautstärke in der Hausgemeinschaft – Was erlaubt ist und was nicht
In Mehrfamilienhäusern leben viele Menschen dicht beieinander. Damit alle sich wohlfühlen, gibt es klare Regeln zur Lautstärke. Sie gelten für Musik, Fernseher, Gespräche und auch für Arbeiten wie Bohren oder Hämmern.
1. Zimmerlautstärke – Was bedeutet das?
Zimmerlautstärke heißt: Geräusche dürfen so laut sein, dass sie in der Nachbarwohnung nur gedämpft hörbar sind. Konkret:
- Musik, TV und Unterhaltungen auf normaler Lautstärke
- Haustiere wie Hunde sollen nicht stundenlang bellen
- Keine lauten Geräte in Ruhezeiten (Waschmaschine, Staubsauger, Bohrmaschine)
Gerichte definieren Zimmerlautstärke als nicht über 40 dB tagsüber und nicht über 30 dB nachts (Richtwerte).
2. Ruhezeiten einhalten
In Deutschland gibt es gesetzlich festgelegte Ruhezeiten:
- Nachtruhe: meist 22:00–6:00 Uhr
- Mittagsruhe: oft 13:00–15:00 Uhr (oft Hausordnungen, nicht bundesweit gesetzlich)
- Sonntagsruhe: ganztägig
Diese Zeiten können in der Hausordnung strenger geregelt sein.
3. Musik und Feiern
- Laute Musik in Ruhezeiten ist verboten
- Bei Feiern Nachbarn vorher informieren, das sorgt für Verständnis
- Fenster schließen, um Lärm zu reduzieren
Gerichte haben entschieden: Auch private Partys müssen sich an Ruhezeiten halten (BGH-Urteil V ZR 62/91). Nur zu besonderen Anlässen (Silvester, Hochzeiten) wird mehr Toleranz erwartet.
4. Handwerksarbeiten und Geräte
- Bohrarbeiten, Rasenmähen und ähnliche Tätigkeiten nur werktags 7:00–20:00 Uhr
- In Ruhezeiten keine lauten Arbeiten
- Elektrogeräte mit „Blauer Engel“-Siegel sind oft leiser
Gesetzliche Grundlage: Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und kommunale Lärmschutzverordnungen.
5. Konflikte vermeiden
- Vorab kommunizieren, wenn es mal lauter wird
- Bei Problemen das Gespräch suchen statt gleich zur Hausverwaltung zu gehen
- Dauerhafte Lärmbelästigung kann rechtlich abgemahnt werden
Tipp: Bei wiederholter Störung kann man ein Lärmprotokoll führen, um Beweise zu haben.
Fazit
Rücksicht auf die Lautstärke ist einer der wichtigsten Faktoren für ein harmonisches Zusammenleben. Wer Zimmerlautstärke einhält, Ruhezeiten beachtet und Nachbarn informiert, wenn es mal lauter wird, vermeidet Ärger und mögliche Abmahnungen.




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